Die Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) in Deutschland und der Welt gewinnt derzeit an erheblicher Dynamik. Untersagt ist mittlerweile unter anderem die Wahrnehmung von Angeboten von öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen auch im Bereich der Arbeitsförderung.

Als zwangsläufige Konsequenz hat dies die Aussetzung der Präsenzunterrichtszeiten an nahezu allen Standorten der zugelassenen Träger zur Folge. Erforderlich ist daher die Prüfung der Träger, inwieweit die Unterrichtung bzw. Unterweisung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch alternative Methoden sichergestellt werden kann (z.B. E-Learning, Selbstlernphasen etc.).

Die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Akkreditierungsstelle ermöglichen grundsätzlich die Verwendung von alternativen Methoden, die ggf. nicht Gegenstand der bestehenden Zertifizierung waren.

Die Anwendung alternativer Verfahren könnte eine Änderungszulassung der Maßnahme zur Folge haben. Eine solche Änderung müsste bei 3cert GmbH beantragt, geprüft, zugelassen und dokumentiert werden.

Erst dann könnten neue Zertifikate als Nachweis für die Agenturen und Jobcenter vor Ort ausgestellt werden. Prüfungstechnisch müssen die 3cert-Mitarbeiter in die Konzept- sowie in die Kalkulationsprüfung einsteigen. Es ist ggf. davon auszugehen, dass auch der Kostensatz anzupassen ist.

Dies benötigt einerseits Zeit, zunächst trägerintern, dann bei der 3cert GmbH, andererseits benötigen Sie als Träger die Dokumente sofort. Nur so kann die schnelle Umschaltung auf alternative Methoden gelingen. Auf Grund der derzeit herrschenden Ausnahmesituation hat die DAkkS die Möglichkeit eines Vorabverfahrens empfohlen, um das Zulassungsgeschehen beherrschbar zu halten.

Dieses Verfahren der 3cert GmbH stellen wir Ihnen nachfolgend dar:

  1. Der Träger legt eine Übersicht der Maßnahmen vor, die (abweichend von der ursprünglichen Zertifizierung) unter Anwendung alternativer Lernformen durchgeführt werden sollen. Hier ist eine konkrete Beschreibung des Trägers bezüglich der geplanten Anpassung und dem dazugehörigen Einsatz von Ressourcen notwendig. Zudem soll je nach Möglichkeit definiert werden, wie lang diese Umstellung der Maßnahme angewendet werden soll. Die Träger füllen hierzu eine entsprechende Liste aus, die dann vom Träger im Rahmen einer Eigenerklärung zu unterschreiben und an 3cert GmbH zurückzusenden ist.
  2. Die 3cert GmbH prüft die eingereichte Eigenerklärung und stellt für die beantragten Maßnahmen eine formlose Vorabbescheinigung aus.
  3. Der Träger reicht die notwendigen Unterlagen zur Bestätigung innerhalb von spätestens 8 Wochen bei der 3cert GmbH nach. Die Frist beginnt mit der Zusendung der Eigenerklärung.
    Hierzu wird benötigt:
    • angepasstes Konzept (falls zutreffend: mit den dazugehörigen neuen Dokumenten)
    • angepasste Kalkulation
    • ausgefülltes Formblatt bei Änderung von Maßnahmen
  1. Die 3cert GmbH prüft die Einhaltung der Anforderungen. Nach erfolgter Prüfung, Zulassung und Dokumentation erfolgt die Ausstellung der neuen Maßnahmenzertifikate.

 

Voraussetzungen:

Unter anderem müssen folgende Voraussetzungen dafür geschaffen sein:

  • Erforderliche Prüfung durch den Träger, inwieweit die Unterrichtung bzw. Unterweisung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch alternative Methoden sichergestellt werden kann
    (z.B. E-Learning, Selbstlernphasen etc.)
  • Das Online-Angebot muss zielgruppengerecht und im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten datenschutzkonform sein und den Maßnahmeinhalt im Wesentlichen abdecken können.
  • Theoretische Wissensvermittlung:
    • Träger stellt den Teilnehmer die notwendigen Lerninhalte zur Verfügung.
    • Träger stellt sicher, dass die Teilnehmer auf alternative Methoden (z.B. Skype, Telefon, Webex, etc.) Zugriff haben. (Benötigt wird (formloser) Nachweis der Teilnehmer).
  • Praktische Wissensvermittlung:
    Diese kann nach Absprache mit den Betrieben stattfinden, sofern die Betriebe dies sicherstellen können. Die Betreuung der Teilnehmer in den praktischen Phasen kann ebenso durch alternative Methoden erfolgen.

Weitere Informationen zum Einsatz alternativer Lernformen erhalten Sie auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit. Hier hat die BA ein FAQ für Bildungsträger online gestellt (https://www.arbeitsagentur.de/institutionen/corona-faq-bildungstraeger), insbesondere da die unterschiedlichen Maßnahmearten auch verschiedene Abstimmungsbedarfe erfordern.

 

Stand: 24.03.2020

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